Zurück in Frankreich: Donner, Hagel, Flammkuchen – und jede Menge PS
Unsere Rückkehr nach Frankreich hatte alles – ein bisschen Wetterdrama, einen zahmen Fuchs, kalte Duschen im Dunkeln, grandiose Autos und Strecken mit Charakter. Und jede Menge Gespräche, die noch lange nachklingen werden, wenn die Reifen längst abgekühlt sind.
Dijon-Prenois: Wenn der Himmel (fast) mitspielt
Dijon ist für viele Motorsportfans untrennbar mit einem der
legendärsten Formel-1-Momente verbunden. Für uns bekam der Name diesmal eine
ganz eigene Bedeutung.
Untergebracht waren wir auf einem kleinen privaten Gut ganz
in der Nähe der Strecke – der Inbegriff von französischem Landleben. Abends ein
Gläschen Wein mit Cassis in der Hand, dazu ein zahmer Wildfuchs, den die
Gutsherren schon seit Längerem betreuen und der ganz selbstverständlich zum
Feierabend vorbeischaute und per Hand von uns mit Croissants und Hähnchen
gefüttert werden wollte. Genau die Momente, für die man diesen Job liebt.

Dann zog ein Unwetter auf, das es in sich hatte: heftiger Regen, Sturm und dicke Hagelkörner. Am Gut fiel prompt der Strom aus – für uns und die ganze Umgebung der Strecke. Geschminkt wurde am nächsten Morgen bei Handylicht, und ich war ehrlich gesagt schon dankbar, dass wenigstens noch warmes Wasser zum Duschen da war. Was den Hagel selbst betrifft, hatten wir Glück im Unglück – und ein gutes Sicherheitsnetz: Dank der Kooperation mit der Rennstrecke hätten wir für unsere Teilnehmer jederzeit einen sicheren Unterschlupf gehabt, falls der Hagel tatsächlich über den Paddock gezogen wäre. Am Ende blieb es bei nassen Schrecksekunden statt Blechschäden.

Am nächsten Morgen dann: strahlend blauer Himmel, als wäre nichts gewesen. Und ein Trackday, der sich anfühlte wie ein privater Trackday unter Freunden – kleine, feine Runde, richtig coole Autos, entspannte Stimmung. Ich durfte selbst im BMW M3 mitfahren, um die Strecke aus erster Reihe kennenzulernen. Ein Privileg, das ich nicht jeden Tag habe.
Anneau du Rhin: Ein Tag wie im Bilderbuch – mit einem kleinen Wasser-Intermezzo
Wenn Dijon die Geschichte mit Nervenkitzel war, dann war der
Anneau du Rhin der komplett glatte, runde Tag. Grandiose Teilnehmer, teilweise
spektakuläre Autos, durchgehend gute Laune im Fahrerlager.
Übernachtet haben wir direkt an der Strecke – in trackeigenen Bungalows, kleinen Living-Containern gleich neben der Anmeldung. Praktisch, aber nicht ganz ohne Überraschung: Am Morgen gab es nirgends Wasser, nicht einmal auf den Toiletten. Auch das gehört dazu, wenn man on the road ist – und ist im Rückblick eher eine amüsante Randnotiz als ein echtes Problem.

Der Anneau du Rhin selbst ist eine besondere Strecke: früher
ein Jagdgut mitten im Wald, heute eine Rennstrecke, die alles vereint, was Spaß
macht – lange Geraden, mutige Kurven und technisch anspruchsvolle Abschnitte.
Am gesamten Tag gab es nur zwei kurze Rotphasen, ansonsten wurde einfach
fleißig im Kreis gekurbelt. Mittags gab's Flammkuchen und geselliges
Beisammensitzen vor unserer Box mit Petrol-Head-Talk.
Egal ob Spa, Mettet oder eben Dijon und der Anneau du Rhin:
Die Strecke wechselt, die Sprache wechselt, die Landschaft wechselt. Aber die
Atmosphäre und die Gesichter in unserem Paddock bleiben dieselben. Motorhauben
stehen überall offen, Kaffee wird geteilt, und manche Dinge sind unter
Petrolheads einfach universell.
Kurz gesagt: Unsere Rückkehr nach Frankreich hatte
alles – ein bisschen Wetterdrama, einen zahmen Fuchs, kalte Duschen im Dunkeln,
grandiose Autos und Strecken mit Charakter. Und jede Menge Gespräche, die noch
lange nachklingen werden, wenn die Reifen längst abgekühlt sind.
Merci, Dijon & ADR!